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Kirchengemeinde Alt-Pankow / Trauercafé


Trauercafé

ein Angebot des Evangelischen Kirchenkreises Nord-Ost und des Caritas-Hospizes Pankow, offen für alle. Eintritt frei, Spenden erbeten.

Wo? Bonhoeffer-Saal der Kirche Alt-Pankow
Breite Straße 37

Wann? Jeden 2. Dienstag im Monat 17:00
13. 6. / 11. 7. / 8. 8.


Die Tafel ist einladend gedeckt mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen. Kerzen brennen und Taschentücher liegen griffbereit.
Heute sind wir ein kleiner Kreis im Trauercafé: Zwei Damen betrauern den
Tod ihrer Ehemänner, ich trauere um meine Mutter. Herzlich begrüßen uns die Seelsorgerin Schwester Margret und Sozialarbeiterin Cornelia Krenz; normalerweise komplettiert Seelsorgerin Sabine Karstan
die Runde der Gastgeber.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde sind wir schon mitten im Gespräch. Es unterscheidet sich kaum von einem angeregten Kaffeetrinken, nur dass wir nicht über das Wetter, die Kinder und den letzten Urlaub plaudern. Sondern darüber, wie es schmerzt, wenn sich das Todesdatum eines geliebten Menschen jährt. Wir sprechen über die überwindung, die es kosten kann, Sachen in der Wohnung zu verändern, plötzlich alleine zu verreisen, ja sogar Menschen zu treffen. Wir erzählen von Momenten tiefer Traurigkeit. Da macht es keinen Unterschied, ob der Tod wenige Tage oder schon Jahre zurückliegt. Eine Erfahrung teilen wir alle: dass wir mit unserer Trauer oft alleine sind. Dass wir manchmal lieber schweigen, als unsere Schwermut nach außen zu tragen. »Ich mache die Trauer mit mir selber aus«, resümiert eine Dame. Die andere erzählt von den Tränen, die zehn Monate nach dem Tod ihres Mannes noch immer jeden Tag fließen. Von Nächten ohne Schlaf.

Wir lassen uns teilhaben an Krankheit und Sterben, an Beerdigungen, an Zeiten tiefer Verzweiflung, aber auch an heiteren Erinnerungen. Wir sinnieren über das große Jenseits und die kleinen Tränen des Diesseits. Die fließen natürlich auch im Trauercafé, aber es sind erleichternde Tränen. Es wird auch von Herzen gelacht. Getröstet. Zugehört. Mut zugesprochen. Wir verabschieden uns in gelöster Stimmung, vielleicht bis zum nächsten Treffen.
Ulrike Queißner